Was passiert, wenn 1Develop einsteigt

Das Company Development Program in der Praxis.

Wer eine Beteiligung sucht, sucht selten nur Geld. Meistens steht dahinter ein Betrieb, der gut ausgelastet ist, dessen Abläufe aber nicht mit dem Wachstum mitgekommen sind. Genau an dieser Stelle setzt das 1Develop Company Development Program an – und deshalb sieht ein Einstieg bei uns anders aus als bei einem klassischen Investor.

Geld allein löst kein Prozessproblem

Ein klassisches Investment beantwortet eine einzige Frage: Woher kommt das Kapital für den nächsten Schritt? Das ist wichtig – aber es ist selten die Frage, an der ein gesunder Mittelbetrieb hängt. Die häufigeren Engpässe sehen anders aus: Der Vertrieb weiß nicht, welche Angebote offen sind. Die Projektübergabe funktioniert nur, weil eine bestimmte Person weiß, wo alles liegt. Die Nachkalkulation kommt zu spät, um noch etwas zu ändern.

Kapital verstärkt solche Strukturen, es repariert sie nicht. Wer in einen Betrieb mit unklaren Abläufen investiert, bekommt am Ende einen größeren Betrieb mit unklaren Abläufen. Deshalb bringen wir neben Kapital das ein, was wir selbst täglich verwenden: 1Tool als CRM- und ERP-System und 1Marketing für alles, was Sichtbarkeit und Leads betrifft.

Die ersten 90 Tage

Am Anfang steht keine Strategie, sondern eine Bestandsaufnahme. Wir sehen uns an, wie ein Auftrag tatsächlich durch das Unternehmen läuft – von der ersten Anfrage bis zur bezahlten Rechnung. Nicht wie es im Organigramm steht, sondern wie es an einem normalen Dienstag abläuft.

Drei Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Wo werden Daten mehrfach erfasst? Jede Adresse, die in vier Systemen steht, ist eine Adresse, die in drei davon veraltet ist.
  • Wo bricht die Nachverfolgung ab? Angebote, die niemand nachfasst, sind der teuerste Posten in fast jedem Vertrieb – und der unsichtbarste.
  • Wovon hängt der Betrieb ab, wenn eine Person ausfällt? Wissen, das nur in einem Kopf existiert, ist kein Prozess, sondern ein Risiko.

Darauf folgt die Einführung von 1Tool – bewusst nicht als Komplettumstellung über Nacht. Wir beginnen mit dem Bereich, in dem der Schmerz am größten ist, meistens Vertrieb und Angebotsverfolgung. Wenn dort die ersten Wochen sauber laufen, folgen Projekte, Aufträge und Finanzen. Eine Einführung, die alle Abteilungen gleichzeitig trifft, endet erfahrungsgemäß damit, dass parallel weiter in Excel gearbeitet wird.

Marketing kommt danach – und das ist Absicht

Es ist verlockend, zuerst an der Reichweite zu drehen. Mehr Anfragen sind schnell sichtbar, gute Prozesse nicht. Trotzdem drehen wir die Reihenfolge bewusst um.

Der Grund ist einfach: Marketing erhöht die Zahl der Anfragen, nicht die Fähigkeit, sie zu bearbeiten. Trifft eine Kampagne auf einen Vertrieb, der Anfragen ohnehin nur zur Hälfte nachverfolgt, passieren zwei Dinge. Erstens verpuffen die zusätzlichen Leads. Zweitens – und das ist der teurere Effekt – entsteht der Eindruck, Marketing funktioniere nicht, obwohl das Problem hinter dem Formular liegt.

Erst wenn nachvollziehbar ist, was mit einer Anfrage passiert, lohnt sich der zweite Schritt: gezielte Leadgenerierung, Sichtbarkeit in den relevanten Kanälen und Kundenbindung, die nicht vom Gedächtnis einzelner Mitarbeiter abhängt.

Ein Beispiel, wie es typischerweise aussieht

Das folgende Beispiel ist fiktiv. Es beschreibt kein konkretes Portfoliounternehmen, sondern ein Muster, das uns in dieser Form immer wieder begegnet.

Ein Handwerksbetrieb mit 18 Mitarbeitern, seit zwölf Jahren am Markt, Auftragsbücher voll. Die Angebote schreibt der Geschäftsführer selbst, abends. Nachgefasst wird, wenn er daran denkt. Welche Angebote offen sind, weiß er ungefähr – eine Liste gibt es nicht. Die Nachkalkulation passiert einmal im Jahr beim Steuerberater, also zu einem Zeitpunkt, an dem sich an keinem Projekt mehr etwas ändern lässt.

Der Betrieb ist profitabel. Er wächst trotzdem nicht, weil jeder zusätzliche Auftrag über denselben Schreibtisch muss.

Was in einem solchen Fall zuerst passiert, ist unspektakulär: Alle offenen Angebote kommen in ein System, mit Fälligkeit und Verantwortlichem. Nicht, weil das digital schöner ist, sondern weil ab diesem Moment zwei Personen mehr nachfassen können als vorher. Erst danach folgen Projektabwicklung und Nachkalkulation, die dann laufend statt jährlich stattfindet. Und erst wenn das steht, ist Marketing sinnvoll – vorher würde es nur den Engpass vergrößern.

Für wen das passt – und für wen nicht

Das Programm passt gut, wenn:

  • ein funktionierendes Geschäftsmodell da ist, aber die Struktur fehlt, um es zu skalieren
  • die Eigentümer bereit sind, Abläufe zu verändern – nicht nur Software zu kaufen
  • Wachstum das Ziel ist und nicht der schnelle Verkauf

Es passt nicht, wenn:

  • ausschließlich Kapital gesucht wird und Beratung als Einmischung empfunden wird
  • das Kerngeschäft selbst nicht trägt – Digitalisierung beschleunigt dann nur den Verlust
  • niemand im Unternehmen Zeit hat, eine Systemeinführung zu begleiten

Wir sagen das bewusst deutlich. Eine Beteiligung, bei der die eine Seite Prozesse ändern will und die andere nicht, kostet beide Seiten Jahre.

Der erste Schritt

Am Anfang steht kein Konzept und keine Bewertung, sondern ein Gespräch darüber, wo es aktuell klemmt. Wenn Sie überlegen, ob ein solcher Partner für Ihr Unternehmen passt: Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Wir hören uns das unverbindlich an.

Mehr über unseren Ansatz und die Bereiche, in denen wir arbeiten, steht im Beitrag 1Develop und auf der Seite Über uns.

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